Die Ernährungsbeziehungen
Problemstellung — Wie ernähren sich Lebewesen in einem Lebensraum und wie sind sie durch Nahrungsketten miteinander verbunden?
- Verstehen, dass Lebewesen Materie und Energie zum Leben benötigen.
- Die wichtigsten Ernährungsweisen von Tieren erkennen.
- Eine Nahrungskette erstellen und lesen können.
- Verstehen, dass Nahrungsketten in einem Lebensraum miteinander verbunden sein können.
- Verstehen, dass Veränderungen im Lebensraum Auswirkungen auf mehrere Lebewesen haben können.
Teil 1: Lebewesen brauchen Nahrung
Sich ernähren bedeutet, Materie aus der Umgebung aufzunehmen, um zu wachsen, zu funktionieren, sich zu reparieren und die nötige Energie für das Leben zu erhalten.
Alle Lebewesen brauchen Materie und Energie zum Leben. Diese Materie ermöglicht ihnen zu wachsen, sich zu bewegen, zu atmen, sich zu vermehren oder ihren Körper zu reparieren.
Tiere müssen andere Lebewesen oder Teile von ihnen konsumieren, um sich zu ernähren. Grüne Pflanzen hingegen stellen ihre eigene Materie aus mineralischer Materie mithilfe von Licht her. Diese Herstellung von Materie durch Licht nennt man Photosynthese.
Ein Primärproduzent ist ein Lebewesen, wie eine grüne Pflanze oder eine Alge, das seine eigene Materie mithilfe von Licht herstellen kann.
Gras stellt seine Materie mithilfe von Licht her. Ein Hase kann dieses Gras fressen. Ein Fuchs kann den Hasen fressen. Diese Lebewesen sind also durch ihre Ernährung miteinander verbunden.
In einem Lebensraum ist kein Lebewesen völlig isoliert. Jedes Lebewesen ist auf seinen Lebensraum und oft auf andere Lebewesen zur Ernährung angewiesen.
Alle Lebewesen brauchen Materie und Energie zum Leben. Grüne Pflanzen stellen ihre eigene Materie her: Sie sind Primärproduzenten. Tiere ernähren sich von anderen Lebewesen oder deren Teilen. Ernährung schafft somit Verbindungen zwischen Lebewesen eines Lebensraums.
Teil 2: Die verschiedenen Ernährungsweisen
Nicht alle Tiere essen dasselbe. Manche ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen, andere vorwiegend von Tieren, und manche fressen sowohl Pflanzen als auch Tiere.
Die Ernährungsweise eines Tieres umfasst alle Nahrungsmittel, die es gewöhnlich zu sich nimmt.
Die Haupt-Ernährungsweisen der Tiere
| Ernährungsweise | Was das Tier frisst | Beispiele |
|---|---|---|
| Herbivor | Frisst hauptsächlich Pflanzen oder Pflanzenteile. | Hase, Kuh, Schnecke, Raupe. |
| Karnivor | Frisst hauptsächlich andere Tiere. | Fuchs, Eule, Frosch, Spinne. |
| Omnivor | Frisst sowohl Pflanzen als auch Tiere. | Wildschwein, Mensch, Amsel, Igel. |
Die Raupe ist herbivor, weil sie Blätter frisst. Der Meisenvogel kann Raupen fressen: Dann ist er karnivor. Das Wildschwein ist omnivor, weil es Eicheln, Wurzeln, Insekten und manchmal kleine Tiere frisst.
Die Rolle der Destruenten
In einem Lebensraum ernähren sich manche Lebewesen von toter organischer Materie, wie abgefallenen Blättern, Tierkadavern oder Pflanzenresten. Sie helfen bei der Zersetzung dieser Materie.
Destruenten sind Lebewesen, wie bestimmte Bakterien und Pilze, die tote organische Materie umwandeln und am Recycling von Materie beteiligt sind.
Pilze und Bakterien helfen bei der Zersetzung von abgestorbenen Blättern. Regenwürmer zerkleinern und vermischen organische Materie im Boden.
Indizien beobachten, um die Ernährungsweise zu erkennen
Man kann die Ernährungsweise eines Tieres manchmal durch Beobachtung seines Verhaltens, seiner Futterreste oder bestimmter Körperteile erkennen.
- Scharfe Zähne helfen, Fleisch zu greifen oder zu schneiden.
- Flache Zähne helfen, Pflanzen zu zermahlen.
- Ein spitzer Schnabel kann helfen, Insekten zu fangen.
- Abgenagte Blätter können zeigen, dass ein Pflanzerfresser da war.
Die Ernährungsweise beschreibt, was ein Tier gewöhnlich frisst. Herbivore fressen hauptsächlich Pflanzen, Karnivore vorwiegend andere Tiere und Omnivore sowohl Pflanzen als auch Tiere. Destruenten, wie manche Pilze und Bakterien, bauen tote organische Materie ab und haben eine wichtige Rolle in Lebensräumen.
Teil 3: Die Nahrungsketten
In einem Lebensraum dienen manche Lebewesen anderen als Nahrung. Diese Beziehungen können mit einer Nahrungskette dargestellt werden.
Eine Nahrungskette ist eine Reihenfolge von Lebewesen, bei der jedes Lebewesen vom nächsten gefressen wird.
In einer Nahrungskette bedeutet der Pfeil „wird gefressen von“. Er zeigt vom gefressenen Lebewesen zum Fresser.
Gras → Hase → Fuchs wird so gelesen: Das Gras wird vom Hasen gefressen, der Hase wird vom Fuchs gefressen.
Die Glieder einer Nahrungskette
Jedes Lebewesen in einer Nahrungskette wird ein Glied genannt. Das erste Glied ist oft ein Primärproduzent, wie eine grüne Pflanze oder eine Alge.
| Position in der Kette | Rolle | Beispiel |
|---|---|---|
| Erstes Glied | Primärproduzent. | Gras, Blätter, Algen. |
| Zweites Glied | Konsument, der den Primärproduzenten frisst. | Hase, Raupe, Schnecke. |
| Drittes Glied | Konsument, der ein anderes Tier frisst. | Fuchs, Meise, Frosch. |
Mehrere Beispiele von Nahrungsketten
- Blatt → Raupe → Meise
- Gras → Heuschrecke → Frosch → Natter
- Algen → kleiner Krebstier → Fisch → Reiher
- Korn → Wühlmaus → Eule
Eine Nahrungskette sollte nicht nur als einfache Liste gelesen werden. Sie zeigt einen Stofffluss zwischen den Lebewesen. Ein Teil der in der Materie enthaltenen Energie wird von den Lebewesen zur Funktion genutzt.
Eine Nahrungskette ist eine Reihenfolge von Lebewesen, bei der jedes Glied vom nächsten gefressen wird. Der Pfeil bedeutet „wird gefressen von“. Eine Nahrungskette beginnt oft mit einem Primärproduzenten und setzt sich mit einem oder mehreren Konsumenten fort. Sie zeigt, wie Materie zwischen den Lebewesen eines Lebensraums fließt.
Teil 4: Die Nahrungsnetze in einem Lebensraum
In der Natur sind Ernährungsbeziehungen oft komplexer als eine einzelne Kette. Ein Tier kann verschiedene Nahrungsmittel fressen und selbst von mehreren Räubern gefressen werden.
Ein Nahrungsnetz ist ein Geflecht von untereinander verbundenen Nahrungsketten in einem Lebensraum.
Zum Beispiel kann eine Raupe von einer Meise, einer Spinne oder einem Frosch gefressen werden. Eine Meise wiederum kann von einem Habicht gefressen werden. So entstehen mehrere vernetzte Nahrungsketten.
In einer Hecke können Blätter von Raupen und Schnecken gefressen werden. Raupen werden von Meisen gefressen. Schnecken werden von Igeln gefressen. Die Hecke beherbergt also mehrere Nahrungsketten, die ein Nahrungsnetz bilden.
Eine Störung kann Folgen haben
Da Lebewesen miteinander verbunden sind, kann das Verschwinden oder die starke Abnahme einer Art das Gleichgewicht des Lebensraums verändern.
Wenn Insekten viel seltener werden, können Tiere, die sie fressen, wie manche Frösche, Fledermäuse oder Vögel, zu wenig Nahrung finden. Dies kann dann Auswirkungen auf andere Lebewesen im Nahrungsnetz haben.
| Veränderung im Lebensraum | Mögliche Folge | Beispiel |
|---|---|---|
| Abnahme wilder Blumen | Weniger Nahrung für manche Insekten. | Weniger Bienen, Schmetterlinge oder andere Bestäuber. |
| Abnahme der Insekten | Weniger Nahrung für insektenfressende Tiere. | Weniger Nahrung für Schwalben oder Fledermäuse. |
| Verschwinden eines Räubers | Möglicherweise Zunahme bestimmter Beutetiere. | Mehr Nagetiere, wenn deren Räuber weniger werden. |
Nahrungsnetze zeigen also, dass Lebewesen in einem Ökosystem voneinander abhängig sind. Das Verändern eines Elements im Netz kann Auswirkungen auf andere Lebewesen haben.
In einem natürlichen Lebensraum sind Nahrungsketten miteinander verbunden und bilden ein Nahrungsnetz. Ein Lebewesen kann zu mehreren Nahrungsketten gehören. Da Arten durch ihre Ernährung verbunden sind, kann die Veränderung einer Population Auswirkungen auf andere Lebewesen des Lebensraums haben.
Lebewesen benötigen Materie und Energie zum Leben. Grüne Pflanzen, wie Pflanzen und Algen, sind Primärproduzenten, da sie ihre eigene Materie mit Hilfe von Licht herstellen. Tiere ernähren sich von anderen Lebewesen oder deren Teilen und können herbivor, karnivor oder omnivor sein. Eine Nahrungskette ist eine Reihenfolge von Lebewesen, bei der jedes Glied vom nächsten gefressen wird; der Pfeil bedeutet „wird gefressen von“. In der Natur sind viele Nahrungsketten vernetzt und bilden ein Nahrungsnetz. Ernährungsbeziehungen zeigen, dass Lebewesen in einem Lebensraum voneinander abhängig sind.